Zu Fuß durch die Anden ?

Nachdem ich von meinem Ausflug zur Laguna Churup wieder hergestellt war, ging es gleich weiter zu meinem nächsten Abenteuer.

Vier Tage zu Fuß durch die Anden. Mit Zelt und allen drum und dran.

Auf dem Santa Cruz Treck erwarteten mich sagenhafte Ausblicke auf die umliegenden Gipfel und mich überkam das Gefühl irgendwann mal auf einem dieser Berge stehen zu wollen.

Tag 1

Wieder hieß es früh (5 Uhr) aufstehen. Denn zuerst bestand uns noch gute 3 Stunden Busfahrt bevor. Unterwegs gab es noch kurz einen Tee mit viel Zucker als Stärkung gegen die Müdigkeit. Dann konnte es los gehen. Zusammen mit Sabine, welche ich schon in Ecuador auf dem Quilotoa Loop kennengelernt hatte.

Gleich zu Beginn mussten wir feststellen, dass die Preise für die Nationalpark Tickets sich anders gestalteten, wie uns mitgeteilt wurde. Wir hatten jedoch genug Geld dabei und somit konnte das Problem schnell gelöst werden. Anschließend ging es erstmal 900 Höhenmeter durch ein grünes Tal hinauf. Uns entgegen rauschte ein tobender Bergfluss, welcher ein reichhaltiges Angebot an Bäumen, Kakteen und anderen Pflanzen mit Wasser versorgte.

Die vielen Felsen unterwegs luden gerade so zum bouldern ein. Die meisten waren jedoch nass und bewachsen was es eher schwierig machte. Gerade rechtzeitig vor dem abendlichen Regen stand unser Zelt auf einer grünen Wiese und das Abendessen füllte unsere Bäuche. Wohlig und zufrieden schlummerte ich dem nächsten Morgen entgegen.

First Campsite

Tag 2

Am nächsten Morgen waren alle Regenwolken wieder verschwunden und die Sonne strahlte uns entgegen. Also nicht wie los zur zweiten Etappe.

Sonne am Morgen

Der Weg führe uns weiter hinein in die Tiefe der Anden. Links und Rechts schossen die großen Bergwände empor und in der Ferne waren schon die ersten schneebedeckten Gipfel zu erkennen. Plötzlich verwandelte sich der Weg in eine einzige Sandwüste und stellte einen atemberaubenden Kontrast zu den Bergen da. Irgendwie etwas surreal.

Nach der Sandwüste windete sich der Weg weiter hinauf. Die Sonne prallte wieder vom Himmel und ich merkte die Höhe ein wenig. Doch ich hatte von meiner letzten Tour gelernt und ließ es langsam angehen. Einen Fuß vor den anderen. Schritt für Schritt. Bis sich plötzlich eine große grüne Wiese mit grandiosem Ausblick vor uns auftat. Perfekter Platz für eine Mittagspause.

Incredible

Der Platz gefiel uns so gut das wir hier auch gleich unser Zelt aufstellten. So konnten wir von hier nochmal ohne Rucksäcke losziehen um die Lagune am Ende des Tals zu bestaunen. Leider holte uns der abendliche Regen ein und so blieben wir hier nur einen kurzen Augenblick, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten um im trockenen Zelt Unterschlupf zu suchen.

Tag 3

Nach einer erholsamen Nacht waren meine leichten Kopfschmerzen vom Vortag verflogen und ich war bereit für den Gipfelsturm. Naja nicht ganz ein Gipfel, aber ein Pass auf 4700m Höhe musste überwunden werden. Also Rucksack schultern und los. Bereits nach kurzer Zeit erhob sich vor uns ein gewaltiger Berg und obwohl der Gipfel in den Wolken verborgen lag, faszinierte mich dieser Gipfel irgendwie. Träumend, stellte ich mir vor dort hinaufzuklettern und ganz oben zu stehen.

Aber nun musste erstmal der Pass erklommen werden. Langsam ging es in vielen vielen Serpentinen über Steine und Bachläufe hinweg den Berg hinauf. Der Weg war abwechslungsreich und spannend und nach einer Weile waren wir endlich oben angelangt. Zeit um sich eine Pause zu gönnen und nochmal zurück zu schauen. Die Gedanken schweifen zu lassen und diesen Wahnsinnigen Ausblick zu genießen.

Gipfelblick in Schwarz-Weiß

Beim abstieg überraschte uns dann der Regen, doch wir waren gut gelaunt und liefen fröhlich über die geniale Aussicht, den Berg hinab. Und tatsächlich hatten wir Glück und die Sonne kam anschließend nochmal hervor, so dass wir unser Zelt im Trockenen aufbauen konnten. Nach dem Kochen gesellte sich ein herrenloser Hund zu uns und als der Regen wieder einsetzte suchte er sich Schutz in unserem Vorzelt.

Tag 4

Nachdem sich der Hund am Morgen einer anderen Gruppe angeschlossen hatte, warteten wir noch eine Weile vergebens auf die sonst so zuverlässige morgendliche Sonne. Heute waren einfach zu viele Wolken am Himmel. Also wurde das Zelt nass eingepackt und wir machten uns auf zur letzten Tagesetappe. Der Weg bescherte uns nochmal saftige grüne Wiesen und einen ganzen Streichelzoo (Kühe, Schafe, Ziegen, Alpacas, Pferde, Esel), der sich dort auf den Wiesen tummelte.

Kurz nach dem letzten Bus erreichten wir dann bei strömenden Regen unser Ziel. Heute hatten wir nicht ganz so viel Glück mit den Wetter wie die letzten Tage, doch konnten wir uns bei einer Frau am Feuer mit einem Kaffee aufwärmen. Sie bot uns auch an auf der überdachten Veranda unser Zelt aufzuschlagen, bis der nächste Bus ( 3 Uhr Nachts) kam.

Wir hatten uns schon mit den Gedanken angefreundet als sich doch noch eine Mitfahrgelegenheit auftat. Ein italienischer Priester der zurück auf den Weg in die nächste Stadt war. Die zweieinhalbstündige Autofahrt war fast so spannend wie der Weg selber. Bei Schneeregen ging es über Holperpisten in großen Serpentinen über einen Pass und anschließend wieder hinab ins Tal. Was für ein Erlebnis. Fast wie im Film.

Stunden später im Hostel freute ich mich dann über die warme Dusche und das wohlige Bett, auch wenn ich tendenziell noch etliche weitere Tage durch die Landschaft ziehen hätte können. 🙂

2 Kommentare zu „Zu Fuß durch die Anden ?

    1. Ja der war schon ein bisschen süß. Hat auch immer brav die Kühe vom Zelt vertrieben :D.
      Da hab ich die Kira auch ein bisschen vermisst. ?

Kommentare sind geschlossen.

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